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Google Business optimieren: Was KMU wirklich beachten müssen

Von Amel Lozic, Inhaber Innoloza

Januar 2026

9 Min. Lesezeit


Google Business ist das mächtigste kostenlose Werkzeug für lokale Unternehmen in der Schweiz. Und es wird von den meisten KMU sträflich vernachlässigt. Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil sie nicht wissen, worauf es wirklich ankommt.

Ich habe in den letzten Jahren viele Google Business Profile analysiert und optimiert. Was ich sehe: dieselben Fehler immer wieder. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, was wirklich einen Unterschied macht, nicht nur was Google allgemein empfiehlt, sondern was in der Praxis bei Schweizer KMU funktioniert.

Warum Google Business heute wichtiger ist denn je

Bei lokalen Suchanfragen erscheint Google Business oft noch vor den organischen Suchergebnissen. Wer "Treuhänder Biel" oder "Physiotherapie Thun" sucht, sieht zuerst die Kartenbox mit drei Einträgen. Wer dort nicht erscheint, wird schlicht nicht geklickt, egal wie gut die eigene Website ist.

Hinzu kommt: Seit Google AI Overviews und andere KI-gestützte Suchfunktionen stärker werden, nutzt Google lokale Unternehmensprofile als eine der zentralen Datenquellen für KI-generierte Antworten. Ein vollständiges, aktuelles Google Business Profil erhöht damit auch die Chance, in diesen neuen Suchformaten erwähnt zu werden.

Schritt 1: Profil vollständig und korrekt ausfüllen

Der häufigste Fehler ist nicht das falsche Ausfüllen, sondern das unvollständige Ausfüllen. Viele KMU haben nur Name, Adresse und Telefonnummer eingetragen. Das reicht für Google nicht, um das Profil bei relevanten Suchanfragen prominent zu zeigen.

Was vollständig bedeutet: Öffnungszeiten (auch für Feiertage), Website-Link, vollständige Leistungsbeschreibung (Google erlaubt bis zu 750 Zeichen. Nutzen Sie diese!), Kategorien, Attribute wie Sprachen oder Barrierefreiheit, und bei Dienstleistungsunternehmen eine detaillierte Liste der angebotenen Leistungen. Gerade die Leistungsliste wird von vielen übersehen, obwohl Google sie nutzt, um Ihr Profil bei spezifischen Suchanfragen anzuzeigen.

Schritt 2: Die richtige Hauptkategorie wählen

Die Wahl der Hauptkategorie ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Profil, und eine, bei der ich regelmässig Fehler sehe. Viele Unternehmen wählen eine zu allgemeine Kategorie (z. B. "Unternehmen" statt "Steuerberater") oder eine, die nicht dem primären Suchverhalten ihrer Kunden entspricht.

Meine Empfehlung: Recherchieren Sie, welche Suchanfragen Ihre Wunschkunden stellen, und wählen Sie die Kategorie, die Google für diese Anfragen am häufigsten mit den gewünschten Ergebnissen verknüpft. Nutzen Sie zusätzlich sekundäre Kategorien, um weitere relevante Leistungsbereiche abzudecken. Aber: Die Hauptkategorie ist die Wichtigste. Sie signalisiert Google, wofür Ihr Profil primär relevant ist.

Schritt 3: Fotos gezielt und regelmässig einsetzen

Fotos sind ein oft unterschätzter Rankingfaktor. Ein Google Business Profil mit professionellen, aktuellen Fotos wird deutlich häufiger angeklickt als eines ohne. Mehr Klicks sind ein positives Signal für Google. Ich empfehle: ein Aussenphoto des Büros oder Geschäftsorts, ein Bild des Inhabers oder Teams, und Fotos, die Ihre Tätigkeit oder Ihr Angebot zeigen.

Qualität ist wichtiger als Quantität. Zehn klare, professionelle Fotos sind besser als dreissig unscharfe Handyaufnahmen. Wichtig: Laden Sie regelmässig neue Fotos hoch, nicht täglich, aber mindestens einmal im Monat. Google bewertet aktiv gepflegte Profile höher. Ein Profil mit dem letzten Foto von vor zwei Jahren signalisiert geringe Aktivität.

Schritt 4: Bewertungen systematisch aufbauen

Google Bewertungen sind der stärkste einzelne Rankingfaktor bei lokalen Suchanfragen. Ich sehe KMU mit dreissig ehrlichen Bewertungen, die Konkurrenten mit besserer Website und mehr Erfahrung übertrumpfen, einfach weil Bewertungen für Google ein klares Qualitätssignal sind.

Der beste Zeitpunkt, um eine Bewertung zu bitten, ist direkt nach einer erfolgreichen Dienstleistung oder einem positiven Kundengespräch. Praktisch geht das mit einem direkten Link zur Bewertungsseite, den Sie einmal einrichten und dann per Nachricht oder E-Mail versenden. Ich empfehle ausserdem, auf alle Bewertungen zu antworten: auf positive kurz und persönlich, auf negative ruhig und sachlich. Beides zeigt potenziellen Kunden, dass hinter dem Profil ein echtes, erreichbares Unternehmen steht.

Schritt 5: Beiträge und Q&A aktiv nutzen

Google Business erlaubt regelmässige Beiträge, ähnlich wie ein Newsfeed im Profil. Diese erscheinen direkt im Google Suchergebnis und zeigen, dass das Unternehmen aktiv ist. Zwei bis drei Beiträge pro Monat sind ausreichend: Neuigkeiten, saisonale Angebote, kurze Tipps für Ihre Zielgruppe.

Oft vergessen: der Q&A-Bereich. Dort können Nutzer Fragen stellen, und im schlimmsten Fall beantworten andere Nutzer diese, bevor Sie es tun. Mein Rat: Stellen Sie selbst die häufigsten Fragen Ihrer Kunden und beantworten Sie diese proaktiv. Das gibt potenziellen Kunden nützliche Informationen und zeigt Google weitere relevante Inhalte zu Ihrem Profil.

Was ich in der Praxis häufig sehe

Die häufigsten Probleme, die ich bei KMU-Profilen antreffe: falsche oder zu allgemeine Hauptkategorie, Beschreibungsfeld leer oder mit wenigen unspezifischen Sätzen gefüllt, keine Leistungsliste eingetragen, letztes Foto vor 18 Monaten hochgeladen, noch nie ein Beitrag veröffentlicht, keine einzige Antwort auf Kundenbewertungen, weder auf positive noch auf negative.

Manchmal ist das Profil sogar gesperrt, weil eine Adressüberprüfung abgelaufen ist, und das Unternehmen hat es nie bemerkt. Oder es gibt zwei verschiedene Einträge für dasselbe Unternehmen, was Google verwirrt und die Signalstärke aufteilt. Diese Situation ist häufiger als man denkt, besonders wenn ein Unternehmen umgezogen ist oder ein neues Team die Pflege übernommen hat.

Was in Ihrem Fall meist den grössten Hebel hat

Für neue oder wenig bekannte Unternehmen: Vollständigkeit zuerst. Kategorie, Beschreibung, Leistungsliste, Fotos, Öffnungszeiten: alles vollständig ausfüllen und das Profil verifizieren. Das ist die Grundvoraussetzung für alles weitere.

Für etablierte Unternehmen mit wenigen Bewertungen: Dort liegt der grösste Hebel. Schon zehn neue echte Bewertungen können ein Profil im lokalen Ranking deutlich nach oben bewegen. Für Unternehmen, die bereits aktiv sind, aber wenig Interaktion haben: Beiträge und Q&A sind die nächsten sinnvollen Schritte. Diese signalisieren Google, dass das Profil lebendig ist. Das wird belohnt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Änderungen am Profil sichtbar werden?

Profiländerungen erscheinen meist innerhalb von 24–72 Stunden. Ranking-Verbesserungen durch neue Bewertungen oder Aktivität sind in der Regel nach 2–4 Wochen spürbar, manchmal schneller. Eine vollständige Erstoptimierung braucht 4–8 Wochen, bis sich die Wirkung im Ranking zeigt.

Kann ich mein Google Business Profil selbst pflegen?

Ja, absolut. Google Business ist so aufgebaut, dass man es ohne technisches Vorwissen bedienen kann. Die Einrichtung und Erstoptimierung ist einmalig aufwändiger. Danach reicht ein monatlicher Aufwand von 30–60 Minuten, um Beiträge zu posten, Bewertungen zu beantworten und Fotos aktuell zu halten.

Was tue ich, wenn mein Profil gesperrt oder suspendiert wurde?

Das passiert häufiger als gedacht – oft nach Adressänderungen oder wenn Google eine erneute Verifikation verlangt. Die Lösung ist ein Antrag auf Entsperrung über die Google Business Hilfe. Der Prozess ist umständlich, aber machbar. Bei hartnäckigen Fällen hilft manchmal der direkte Kontakt über das Google Business Support-Formular.

Sind Google Bewertungen kaufbar?

Technisch gibt es Anbieter, die das anbieten. Rechtlich und nach den Google-Richtlinien ist es verboten. Google erkennt und entfernt gefälschte Bewertungen zunehmend zuverlässig. Das Risiko ist eine Profilsperrung. Meine klare Empfehlung: nur echte Bewertungen, durch aktives Bitten bei zufriedenen Kunden.

Ein optimiertes Google Business Profil ist kein einmaliges Projekt. Es ist eine laufende Massnahme, die sich mit überschaubarem Aufwand gut in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Wer einmal richtig einrichtet und dann regelmässig pflegt, baut über Monate einen Vorsprung auf, den Mitbewerber nicht so leicht aufholen können.

Wenn Sie möchten, dass ich Ihr Google Business Profil analysiere und Ihnen sage, was konkret fehlt und was den grössten Hebel hätte, können Sie das kostenlos in einem Erstgespräch besprechen.

Google Business ist ein Teil des grösseren Themas lokale Suchmaschinenoptimierung. Was Schweizer KMU über SEO wissen sollten, habe ich auf der SEO-Leistungsseite zusammengestellt.

SEO für Schweizer Dienstleister
Amel Lozic

Amel Lozic – Inhaber Innoloza

Ich unterstütze Schweizer Dienstleister dabei, über Google und KI-Suche planbar qualifizierte Anfragen zu gewinnen. Mein Hintergrund liegt im B2B-Vertrieb, Business Development, CRM-Aufbau und in der Leadgenerierung.

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